Kontroverse und Forschung zur Homöopathie

Was sagt die Forschung zur Homöopathie?

Die Homöopathie ist kein allgemein von der Schulmedizin anerkanntes Therapieverfahren. Zwar liegen hochinteressante Studien und Forschungsprojekte zur Homöopathie vor, die die Wirksamkeit der Homöopathie positiv bewerten und nicht auf Scheineffekte (Placebo-Wirkungen) reduzieren. Doch entschieden ist die wissenschaftliche Auseinandersetzung und Anerkennung keineswegs. Ganz praktisch findet derweil längst schon weit mehr Austausch und Zusammenarbeit zwischen den Richtungen statt, als der theoretische Streit glauben macht.

 

Homöopathisch zu arbeiten bedeutet für mich keinesfalls, schulmedizinische Verfahren pauschal abzulehnen. Notwendige Medikamente werden nicht abgesetzt, anderweitig erforderliche Maßnahmen werden nicht verzögert, schulmedizinische Untersuchungsergebnisse und Laborwerte helfen mir sogar zur klinischen Orientierung und als Verlaufsparameter. Einziger Maßstab darf hier das Wohl des Patienten sein. 

 

Forschung und Wissenschaft eröffnen spannende Ausblicke. Die Ergebnisse entsprechen nicht immer dem, was Befürworter oder Gegner erwarten. 

Heilt etwa der Glauben alleine? Wie steht es dann mit dem Homöopathie-Glauben von Kleinkindern, Pferden oder Platterbsen-Pflanzen? 

Können wir die Welt auf das begrenzen, was wir heute schon verstehen? Sollen wir eine zukunftsträchtige Medizin abweisen, nur weil wir ihre Wirkweise mit unseren heutigen Erklärungsmodellen noch nicht abschließend beweisen können? 

 

Wenn Sie sich weiter kritisch informieren möchten, weise ich auf folgende Websites zur Homöopathie-Forschung hin:

VKHD Verband Klassischer Homöopathen Deutschlands

Carstens-Stiftung

DZVhÄ Deutscher Zentralverband homöopathischer Ärzte

 

 

Herr Carl Classen und das ars curandi Lehrinstitut stellen folgenden Artikel für Kollegen zur Verbreitung zur Verfügung: http://www.arscurandi.de/forschung-homoeopathie/forschung-kurz/

Was sagt die Forschung zur Homöopathie?

Kurzfassung unserer Internet-Informationen zu Homöopathie und Medizinforschung

 

In der Praxis sehen wir täglich die Erfolge homöopathischer Behandlungen, und zwar auch bei Säuglingen und gegebenenfalls bei Tieren. Da sollte eigentlich kein Placebo- Effekt, Suggestion oder „Glauben“ unterstellt werden können! Nach wissenschaftlichen Kriterien ist solche Praxisbeobachtung dennoch unzureichend. Die Ergebnisse von wissenschaftlichen Forschungsprojekten sind allerdings – auch bei der Erforschung schulmedizinischer Verfahren – keineswegs immer so eindeutig, wie Laien es sich vorstellen. Forschungsergebnisse hängen nicht alleine vom Gegenstand, sondern mindestens so sehr von der methodischen Herangehensweise ab. Eine besondere Herausforderung der Homöopathie liegt darin, dass die Wirkungsweise homöopathischer Arzneien – wenngleich quantenphysikalische Forschungen immerhin Modelle liefern – nicht im gewöhnlichen Sinn „materiell“ erklärt werden kann. Wir können also nur beobachten, „dass“ etwas geschieht und „wie“ es geschieht. Wir wissen aber noch nicht so genau, „warum“ dies so ist.

  • Bei Forschungsprojekten, die methodisch individualisierend und ganzheitlich herangehen (entsprechende Konzepte sind: Outcome-Studien, Pragmatic Trials, Whole-System-Research, Cognition Based Medicine etc.), zeigt sich die Homöopathie und zeigen sich viele andere komplementärmedizinische Verfahren in durchaus positivem Licht. Auch im Vergleich mit konventionellen, schul- medizinischen Verfahren und im Kosten-Nutzen-Verhältnis gibt es für die Homöopathie Ergebnisse, die sich sehen lassen können.
  • Bei Forschungsprojekten, die statt des Gesamtbefindens des Patienten nur einzelne und daher leichter objektiv leichter überprüfbare Messwerte im Auge haben (Blutdruck, Laborwerte etc.) zeigt sich hingegen tendenziell die Schulmedizin überlegen. Solche einzelnen Werte werden jedoch aus der gesundheitlichen Gesamtentwicklung des Patienten künstlich heraus isoliert (fachsprachlich: es sind nur Ersatzparameter). Dies ist bei Doppelblindstudien (fachsprachlich: Randomized Controlled Trials, RCT) der Regelfall.

Dem entsprechend gibt es eine Kontroverse über die spezifische Tauglichkeit unterschiedlicher Forschungsmethoden. Derzeit herrschend ist das Konzept der „Evidence Based Medicine“ (EBM, beweisgestützte Medizin) mit einer Methodenhierarchie, in der randomisierte Doppelblindstudien ganz oben und Erfahrungsmedizin ganz unten rangieren. Die Gelder im Gesundheitssystem werden zunehmend nach den Bewertungen der „Evidence Based Medicine“ gelenkt. Tatsächlich zeigen sich die von der „Evidence Based Medicine“ bevorzugten Methoden beim Erforschen kurz- und mittelfristige Effekte und einzelner Parameter überlegen. Zur Beurteilung der langfristigen Gesamtwirkung von Behandlungsmaßnahmen auf den Patienten liefern gesamtheitliche Forschungsansätze wie beispielsweise Outcome-Studien oder auch die auf Gestaltmustererkennung beruhende „Cognition Based Medicine“ tauglichere Werkzeuge.

Es gibt eine ausreichende Anzahl homöopathie-positiver Studien. Eine der Studien, welche die klassische Homöopathie und die Schulmedizin in einem realen Praxisumfeld vergleicht, wurde 2005 an der Charité durchgeführt - siehe http://www.psychophysik.com/h-blog/?p=8

 

Ein noch umfassenderes Projekt wertete in der Schweiz etwa zur gleichen Zeit die gesamte verfügbare Forschungslage nach den vorgegebenen Standards eines „Health Technology Assessment“ HTA aus. Prof.Dr. Peter F. Matthiessen und Dr. Gudrun Bornhöft veröffentlichten einen Bericht über diese HTA-Studie, der zugleich eine anspruchsvolle Einführung in methodische Fragen der Forschung bietet. Titel: „Homöopathie in der Krankenversorgung - Wirksamkeit, Nutzen, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit“ (Rezension siehe hier). Die Autoren kommen zu dem Schluss:

  • "Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es ausreichend Belege für eine präklinische Wirkung und klinische Wirksamkeit der Homöopathie gibt, und dass sie absolut und insbesondere im Vergleich zu den konventionellen Therapien eine sichere und kostengünstige Intervention darstellt"

Weitere Informationen finden Sie in der Rubrik Homöopathie-Forschung auf unserer Website.

Angesichts der heutigen Verbreitung der Homöopathie ist es nur natürlich, dass die Homöopathie derzeit angegriffen wird. Für Patienten ist entscheidender als alle Theorie, wirklich gut ausgebildete Homöopathen zu finden — beispielsweise über die überprüfte Therapeutenliste der Stiftung Homöopathie-Zertifikat SHZ.

C. Classen, 2008 / 2010